War es das Weltcuprennen in Cortina

wo ich Manfred Kimmel im Jänner 04 das erste Mal telefonisch erreicht habe, um ihn zu fragen, ob er uns bei der Organisation des Schulfestes unterstützt? Ich weiß es jetzt nicht, denn ich bin mit einer ordentlichen Portion Müdigkeit ausgestattet, als ich mich am 27. 5. um 8.00 dem Schulschiff nähere. Links das Zelt (2004 wird MEIN Zeltjahr! Nur Insider wissen warum!), rechts das Schiff. Dazwischen viele Luftballons und Gurkengläser. Wie rasch haben Christa, Claudia, viele LehrerInnen und SchülerInnen diesen Platz bunt und fröhlich gestaltet. "Äh, wer wird das wegräumen?!" Im Zelt seh' ich einen Langhaarigen. Es ist der Michi Zwillink und er ist schon dabei den Tanzboden, auf dem sich vor 8 Stunden noch alle Altersgruppen zur Musik von SMART tänzerisch vergnügt haben, in kleine Pakete zu verpacken. Auch der Oberschulwart ist schon im Zelt und entfernt die Stromversorgung, mit der uns "unser Wolfi" akustisch durch den Abend geführt hat. "Da schau her, der Organisator ist auch schon hier!", werde ich von Walter in "freundlichem" Wienerisch begrüßt. Die Magistratsabteilung möchte bereits die Heurigengarnituren ("Oh Gott!" 75 Tische und 150 Bänke), deren Aufstellung bereits vor Wochen von Andreas fein säuberlich zu Papier gebracht wurde, nach Korneuburg führen und sie stehen noch immer im Zelt. Die Anordnung hat sich bewährt und nun muss sie möglichst rasch "zerstört" werden, aber ich sehe keinen Helfer weit und breit. Das Glück ist uns hold! Einige SchülerInnen haben offensichtlich verschwitzt, dass die 1. Stunde entfällt. Mein Glück ist ihr Pech! Nochmals Danke an dieser Stelle. Ihr habt toll mitgeholfen! Ich weiß nicht, welche Garnituren wohin gehören. Daher rufe ich Herrn Brunner an, um ihn zu fragen - auch auf die Gefahr hin, dass er nach den Anstrengungen des Festtages in der Intensivstation liegt. Aber auch er ist schon auf den Beinen: "Ich räum' gerade in der Küche weg und alle Garnituren im Zelt gehören dem Pettke!". Jetzt wird mir erst bewusst, dass ich den Tag danach nicht so richtig geplant habe, und so stürme ich ins Konferenzzimmer. Dort werde ich mit vielen Glückwünschen und Freude darüber, wie schön und professionell das Fest war, begrüßt. Auch die Direktorin, die mir bei der Organisation ziemlich freie Hand ließ, gratuliert uns recht herzlich. Berta flüstert mir noch zu, dass unser Fest auch von der Bundesimmobiliengesellschaft finanziell unterstützt wird. Diese Frohbotschaft werde ich später noch Maria überbringen, die in vollem Vertrauen zum Organisationsteam und mit einem Bein im Kriminal bereits massenhaft Rechnungen bezahlt hat. Ich nütze schamlos die positive Stimmung im Konferenzzimmer und bitte jede Kollegin und jeden Kollegen mit einer Klasse, wenn es die Planung des Unterrichts nicht zu sehr stört, in der 2. Stunde auf die Insel zu gehen und Müll wegzuräumen. Breitwilligst ändern sie ihre Unterrichtsvorbereitung und strömen wie Ameisen auf die Insel.

Immer wieder begegnen mir Kinder, die die Festtagsbuttons tragen. Ewald und die 5A haben mit der Herstellung dieser Knöpfe ein Gefühl der "Corporate Identity" geschaffen. Durch den Verkauf derselben haben wir locker die Buttonmaschine finanziert, die wir schon seit längerer Zeit für unsere Schule anschaffen wollten. In der 4. Stunde bestürmen mich die Kinder der 2D gleich zu Beginn der Physikstunde (bei dieser Lautstärke bin ich sofort hellwach...) um mir mitzuteilen, dass ein Gewinner des Papierfliegerwettbewerbs aus ihren Reihen stammt. Ich war stolz auf meine 5 zweiten Klassen, weil sie den Sieger gestellt haben. Ich habe aber auch angedroht, dass ich sehr grantig bin, wenn nach 3 Stunden (= 3 Wochen) Vorbereitungszeit der Sieger nicht aus dem 2. Jahrgang stammt. Gemeinsam möchten auch wir die Insel vom Müll des Festtages befreien.

Auf dem Weg dorthin kommen wir beim Festsaal vorbei, wo ich noch das Ambiente dieser feierlichen Festveranstaltung, von Maria, Gerhard, Hubert, Helmut, Ursula, ... so professionell vorbereitet, spüre. Schritt für Schritt haben uns die RednerInnen, der Chor und die Präsentation von Festrede zu Festrede und durch die Schule geführt. Anerkennung konnte ich den Festgästen von den Gesichtern ablesen - sie haben sich sichtlich wohl gefühlt. Viele von ihnen habe ich nur per e-mail oder Telefon gekannt. Umso mehr hat es mich gefreut die Herren Suttner-Gatterburg, Spindler, Sramek, Helbl, Gassauer,... persönlich kennen zu lernen. Herrn Dr. Lamberg versuchte ich zu überreden mit dem Rallyeauto nach Horn zu fahren.

Er lehnte dankend ab, obwohl er ganz bestimmt sehr schnell dort gewesen wäre, wie ich am eigenem Leib erfahren konnte. Draußen angekommen stellen wir fest: Da gibt's ja, außer dem Zelt, nichts mehr wegzuräumen - unsere Insel ist bereits picobello sauber. Ich nütze die frische Luft, um mich für die letzten beiden Stunden fit zu machen. Auf dem Rückweg zum Physiksaal treffe ich Frau Schrinner, Frau Haller und Herrn Brunner. Ich bedanke mich nochmals für ihren Einsatz und denke mir, was können Schulpartner doch alles bewegen. Das kann man mit Geld nicht aufwiegen.

Noch 2 Stunden Informatik in der 5B. Einige SchülerInnen dieser Klasse haben sich im Volleyball wacker gegen das LehrerInnenteam gestemmt, aber leider doch verloren. Als alternder Volleyballer kann ich mir eine kleine zynische Bemerkung nicht verkneifen. Maria Marizzi hebt die Stimmung der 5Bler wieder, indem sie ein Lob ausspricht, wie adrett und höflich diese unsere Vizebürgermeisterin Laska, Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl und Bezirksvorsteher Lehner in Empfang genommen haben. Noch rasch erkläre ich welche Datenmenge 5 Exabyte sind (= Alle Wörter, die je von der Menschheit gesprochen wurden!) und dann ab nach Hause, Schularbeiten korrigieren. Meine 2C hat es sich verdient, die Schularbeiten am Freitag zu bekommen. Sie haben mit der 6D gemeinsam so professionell die Tombola organisiert. Die beiden Klassen da hinten vor der Turninsel sind eine richtig verschworene Gemeinschaft geworden - wohl auch ein Verdienst von Karl, der sie gemanagt hat.

Um 13.30 auf dem Heimweg, links das Schiff, rechts das Zelt, wird mir bewusst, dass ich den ganzen Tag über ein langes Ausatmen des Festes gespürt habe: Ein viertes KO für Kovacic (Zitat: Suttner-Gatterburg)..., Hast den Stelzengeher und die ..., Der Alex hat gewonnen! Wie hieß die Sängerin? HABEN SIE SCHON EINEN BUTTON? Den hab ich schon im Fernsehen gesehen! Ich hab die Victoria getroffen! Warst auch bei der Ausstellung? Meine Mutter hat ..., Ich bin im Feuerwehrauto ..., WOLLEN SIE EIN LOS KAUFEN? Erinnern Sie sich an mich? Der Chmelar und sein Schmäh! Ich hab ein Autogramm vom Staatsmeister ..., Die hat bei mir maturiert ..., Das Fernsehen war in unserer Klasse …, Wie kann man so laut und richtig pfeifen? Hast den Ruttner spielen gehört? DIE WASSER-CD NUR 5 EURO! Bin schon auf die Fotos gespannt! Schön war's ...

Mag. Hans-Peter Zerlauth